Author: Peter Amrhyn

AMLR – Kann eine Regulierung tatsächlich zu reibungslosen Finanzprozessen beitragen?

Es kommt selten vor, dass die Begriffe „regulatorische Anforderungen“ und „einfache, nahtlose Transaktionen“ im selben Satz vorkommen. Tatsächlich haben insbesondere die AML-Vorschriften in der Vergangenheit zu größerer Komplexität und uneinheitlichen Lösungen in den verschiedenen Ländern geführt. Mit der neuen EU-Geldwäscheverordnung (AMLR) könnte sich dies ab dem nächsten Jahr ändern.

Die AMLR gilt ab dem 10. Juli 2027 unmittelbar in allen Mitgliedstaaten und soll die EU-Finanzgesetzgebung von fragmentierten lokalen Vorschriften hin zu einem stärker harmonisierten, digital ausgerichteten Modell für die Kundenidentifizierung führen. Für Banken, Fintechs und andere regulierte Anbieter bedeutet dies eine stärkere Abhängigkeit von sicheren, interoperablen und überprüfbaren Identifizierungsmethoden über Landesgrenzen hinweg. Der künftige AML-Rahmen sieht drei Hauptwege vor: nationale eIDs, das European Digital Identity (EUDI)-Wallet und qualifizierte Vertrauensdienste gemäß eIDAS, einschließlich qualifizierter elektronischer Signaturen.

  1. Nationale eID-Lösungen werden weiterhin eine zentrale Säule bilden. Staatlich unterstützte Systeme können ein hohes Maß an Sicherheit bieten, wenn sie im Rahmen von eIDAS anerkannt sind. Sie geben Kunden eine vertrauenswürdige Möglichkeit, ihre Identität nachzuweisen, und bieten Finanzinstituten einen strukturierten, wiederholbaren Verifizierungsprozess.

  2. Das European Digital Identity Wallet, auch EUDI-Wallet genannt, soll die Speicherung und den Austausch verifizierter Identitätsdaten erleichtern. Im AML-Onboarding könnte es wiederholte Dokumentenprüfungen und länderspezifische Prozesse reduzieren, insbesondere bei grenzüberschreitenden Vorgängen.

  3. Qualifizierte Vertrauensdienste bieten rechtliche und technische Sicherheit für digitale Transaktionen. Die QES (qualifizierte elektronische Signatur) ist besonders relevant , da sie auf einem qualifizierten Zertifikat eines qualifizierten Vertrauensdienstleisters basiert und EU-weit einen hohen rechtlichen Status genießt, wodurch sowohl die Identitätsprüfung als auch die Transaktionsintegrität unterstützt werden.

Der geschäftliche Nutzen hat seinen Preis

Banken und andere Finanzunternehmen können in der Tat von einheitlichen Identifizierungsmethoden profitieren, um ihr Geschäft international auszubauen, ohne dass dabei übermäßig komplexe Compliance-Verpflichtungen entstehen. Wenn Kunden vertrauenswürdige Identitätsnachweise marktübergreifend wiederverwenden können, sind Institute möglicherweise in der Lage, doppelte Überprüfungen zu reduzieren, Onboarding-Prozesse zu verkürzen, die Nachvollziehbarkeit zu verbessern und einheitlichere Risikokontrollen über Filialen, Produkte und Rechtsräume hinweg zu schaffen. Gleichzeitig beseitigt dieses Versprechen einer reibungsloseren, zuverlässigeren Identifizierung jedoch nicht die operativen Herausforderungen. Damit diese Methoden in der Praxis funktionieren, müssen Finanzinstitute neue Identitätsinfrastrukturen in bestehende Onboarding-Abläufe, Kernbankensysteme, Risikomanagement-Engines, Daten-Governance-Rahmenwerke und kundenorientierte Kanäle integrieren und dabei während der Umstellung die bestehenden Prozesse aufrechterhalten.

Wählen Sie Ihren Integrationspartner

Für Unternehmen, die die AMLR-Vorschriften einhalten müssen und ihre Identifizierungsprozesse optimieren wollen, kann die Zusammenarbeit mit einem Integrationspartner die Komplexität, das Risiko und die Markteinführungszeit erheblich reduzieren. Dabei handelt es sich nicht um eine einfache technische API-Integration. Vielmehr sind die Einhaltung regulatorischer Vorschriften, eine kryptografische Vertrauensinfrastruktur, grenzüberschreitende Interoperabilität, sich weiterentwickelnde technische Standards sowie organisatorische Governance von Bedeutung. Der vollständige Aufbau dieser Fähigkeiten im eigenen Haus würde Fachwissen erfordern, das weit über das hinausgeht, was die meisten Unternehmen intern bewältigen können.

Digi stützt sich auf fortschrittliche technische Komponenten wie überprüfbare Identitätsnachweise, Public-Key-Infrastruktur (PKI), qualifizierte Zertifikate, sicheres Schlüsselmanagement, selektive Offenlegung, Sperrregister und Interoperabilitätsspezifikationen. Die sichere Implementierung dieser Komponenten erfordert kryptografisches Fachwissen, sichere Softwareentwicklungspraktiken sowie Erfahrung bei der Anbindung an nationale Register und Vertrauensdienstleister. Ein Integrationspartner wie Swisscom kann vorgefertigte, standardkonforme Module bereitstellen, die einen Großteil dieser Komplexität abstrahieren und gleichzeitig die Einhaltung regulatorischer Anforderungen gewährleisten.

Geschwindigkeit und Kosteneffizienz sind gleichermaßen wichtig. Der Aufbau einer konformen Lösung zur elektronischen Identifizierung von Grund auf erfordert erhebliche Vorabinvestitionen in Architekturdesign, Zertifizierungsvorbereitung, Tests und Sicherheitsaudits. Integrationspartner bieten in der Regel Managed Services, SDKs, APIs und gehostete Vertrauenskomponenten an, die die Bereitstellung beschleunigen. So können sich Unternehmen darauf konzentrieren, Identifikationsfunktionen wie nationale eIDs, EUDI-Wallets und QES in bestehende Kundenprozesse zu integrieren, anstatt die zugrunde liegende Identitätsinfrastruktur selbst aufzubauen.

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