Author: Jessica Wick

Was manuelle Backoffice-Prüfungen wirklich kosten

Eine einzelne manuelle Prüfung wirkt kaum wie ein grosser Kostenfaktor. Ein Unternehmen im Register suchen, Angaben abgleichen, Zeichnungsberechtigungen prüfen, einen signierten Vertrag kontrollieren – vielleicht nur einige Schritte, bevor der Vorgang weitergeht.

Doch diese Arbeit bleibt selten ein Einzelfall. Beim Onboarding neuer Kunden, Lieferanten oder Geschäftspartner wiederholt sie sich immer wieder. Mit jedem zusätzlichen Vorgang entstehen weitere Registerabfragen, Datenabgleiche und Dokumentprüfungen. Dazu kommen Rückfragen, Korrekturen und Wartezeiten, wenn Angaben nicht eindeutig sind oder eine Zeichnungsregel übersehen wurde.

Die eigentlichen Kosten liegen deshalb nicht unbedingt in der Dauer einer einzelnen Prüfung. Sie entstehen durch die ständige Wiederholung standardisierbarer Aufgaben, gebundene Backoffice-Kapazitäten und dadurch, dass der manuelle Aufwand mit dem Geschäftsvolumen wächst.

Viele Unternehmen haben den sichtbaren Teil ihres B2B-Onboardings längst digitalisiert: Formulare sind online, Verträge werden elektronisch versendet und digital signiert. Doch dahinter beginnt häufig weiterhin Handarbeit.

Denn bevor ein Unternehmen freigeschaltet oder ein Vertrag abgeschlossen werden kann, müssen zentrale Fragen geklärt werden: Existiert die Firma? Handelt es sich um die richtige Rechtseinheit? Wer darf sie vertreten? Welche Zeichnungsregeln gelten? Und wenn der Vertrag zurückkommt: Wer hat tatsächlich unterschrieben, ist die Signatur gültig und wurde das Dokument verändert?

 

Wenn aus kleinen Prüfungen ein Skalierungsproblem wird

Für einen einzelnen Vorgang klingt das überschaubar. Jemand öffnet ein Register, sucht das Unternehmen, prüft Zeichnungsberechtigungen, kontrolliert das signierte Dokument und dokumentiert das Ergebnis.

Zum Problem wird dieser Ablauf, wenn er sich hunderte oder tausende Male wiederholt. Dann wächst der Backoffice-Aufwand, das Onboarding verlangsamt sich und Fachkräfte bleiben an standardisierbaren Aufgaben gebunden.

Der entscheidende Punkt ist deshalb nicht, ob eine Prüfung zehn oder fünfzehn Minuten dauert. Solche Werte variieren von Fall zu Fall. Entscheidend ist, ob jeder zusätzliche Geschäftspartner auch einen zusätzlichen manuellen Prüfvorgang auslöst.

Wie gross diese Dimension werden kann, zeigt ein realer Anwendungsfall: Rund 200'000 Verträge wurden mit einer API-basierten, KI-gestützten Lösung geprüft. Der Nutzen liegt weniger in einer pauschalen Zeitersparnis pro Vertrag als darin, ein Prüfvolumen dieser Grössenordnung automatisiert verarbeiten zu können.

 

Vom manuellen Check zum automatisierten Prozess

Mit dem Business Identity Validator und dem Document Validator von Swisscom lassen sich solche Prüfungen direkt in bestehende digitale Workflows integrieren.

Der Business Identity Validator kommt beim Onboarding eines Unternehmens zum Einsatz. Über eine API lassen sich Unternehmensdaten aus offiziellen Registern abrufen. Zur Schweiz gehören unter anderem Zefix, das UID-Register und die kantonalen Handelsregister. So lassen sich die richtige Rechtseinheit, der Unternehmensstatus und die registrierten Angaben ermitteln. Zusätzlich können die autorisierten Zeichnungsberechtigten sowie die geltenden Zeichnungsregeln geprüft werden.

So wird aus manuellen Nachschlagearbeiten ein strukturierter Prozess: Unternehmen identifizieren, offizielle Daten übernehmen, berechtigte Unterzeichnende bestimmen, Vertrag signieren lassen.

 

Wer hat tatsächlich unterschrieben?

Nach der Unterzeichnung übernimmt der Document Validator die technische Prüfung des Dokuments. Er kann die Identität der Unterzeichnenden extrahieren sowie den Signaturtyp und die Gültigkeit, den Zeitstempel und die Dokumentintegrität prüfen.

Der Business Identity Validator ergänzt die geschäftliche Frage: War diese Person für genau dieses Unternehmen zeichnungsberechtigt, und wurden die geltenden Zeichnungsregeln eingehalten?

Diese Trennung ist wichtig. Eine digitale Signatur kann technisch gültig sein, ohne für das betreffende Unternehmen ausgereicht zu haben. Gilt beispielsweise eine Kollektivunterschrift, kann ein Vertrag trotz gültiger Signatur unvollständig unterzeichnet sein.

 

Das Dokument bleibt im Unternehmen

Gerade bei vertraulichen Verträgen ist es relevant, welche Daten übertragen werden. Beim Document Validator muss das vollständige PDF nicht an Swisscom übermittelt werden. Die Dokumentinhalte bleiben in der Kundenumgebung; zur Validierung werden Hash- und Signaturinformationen verwendet.

Damit lässt sich die Dokumentprüfung automatisieren, ohne den Vertragsinhalt für den Prüfschritt aus der eigenen Umgebung herauszugeben.

Mehr Volumen, nicht mehr Backoffice

Der eigentliche Gewinn liegt nicht in einem schnelleren Einzelcheck, sondern in einer anderen Art des Onboardings. Standardisierbare Prüfungen laufen im Hintergrund und liefern strukturierte Ergebnisse an den bestehenden Prozess zurück. Fachpersonen können sich auf Ausnahmen, widersprüchliche Daten oder komplexe Vertretungsregeln konzentrieren.

Digitales Onboarding ist erst dann wirklich digital, wenn nicht nur Formulare und Signaturen elektronisch sind, sondern auch die Prüfungen dahinter. Der Business Identity Validator und der Document Validator schaffen dafür zwei kombinierbare Bausteine: Der eine klärt, mit welchem Unternehmen man es zu tun hat und wer es vertreten darf. Der andere prüft, wer tatsächlich unterschrieben hat und ob das signierte Dokument technisch valide ist.

So wird aus einer versteckten manuellen Backoffice-Aufgabe ein skalierbarer Teil des digitalen Prozesses.

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