Author: Mario Voge

Umgang mit der Komplexität der elektronischen Identifizierung im Gesundheitswesen

Angesichts von Herausforderungen wie dem Ärztemangel in ländlichen Gebieten und explodierenden Gesundheitskosten setzen viele ihre Hoffnungen auf den Ausbau der Telemedizin. Dies wirft jedoch die Frage auf: Wie können Patienten aus der Ferne zuverlässig, sicher und einfach identifiziert werden? Schließlich geht es hier um sehr sensible Daten. Manche sehen in den kommenden EUDI-Geldbörsen einen Königsweg. Doch auch mit bestehenden Methoden lassen sich schon heute Lösungen bauen. Wir zeigen Ihnen in diesem Blogbeitrag, wie.

Bei der elektronischen Identifizierung handelt es sich nicht um eine einzige, feststehende Technologie, sondern um ein sich ständig weiterentwickelndes Ökosystem von Methoden. Da sich Vorschriften wie die eIDAS-Verordnung ständig weiterentwickeln, können die heute etablierten Identifizierungsverfahren schnell veraltet sein. Für die Akteure des Gesundheitswesens stellt dies eine doppelte Herausforderung dar: Sie müssen mit dem Wandel der Vorschriften Schritt halten und gleichzeitig auf die unterschiedlichen Präferenzen der Patienten eingehen. Schließlich gibt es keine einzige Identifizierungsmethode, die für jede Benutzergruppe gleich gut funktioniert.

 

Die heute gebräuchlichsten Identifizierungsmethoden

Klicken Sie auf eine Methode, um mehr zu erfahren.

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NFC-fähige physische Dokumente
Diese Methode basiert auf speziellen NFC-Chips, die in physischen Dokumenten integriert sind (z. B. im deutschen elektronischen Personalausweis), und könnte theoretisch von der gesamten Bevölkerung genutzt werden. In der Praxis müssen Bürger:innen jedoch ihre PIN kennen oder sie zunächst neu setzen, was in der Regel einen Besuch bei der zuständigen Behörde erfordert.
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Face-to-face Identifikation
Die persönliche Prüfung von Ausweisdokumenten an physischen Standorten wie Filialen oder Büros ist in Ländern wie Deutschland (z. B. Postfilialen) und der Schweiz (z. B. Swisscom Shops) weit verbreitet. Dieses etablierte Verfahren erfüllt die eIDAS-Anforderungen an eine vertrauenswürdige Identifizierung. Es ist eine verlässliche Option für Personen, die den direkten Kontakt bevorzugen, ist jedoch an Öffnungszeiten gebunden und in ländlichen Regionen nur teilweise verfügbar.
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Begleitete Video-Identifikation
Nutzer:innen zeichnen Videos von sich selbst und ihren Ausweisdokumenten auf, die anschließend von KI-Systemen geprüft werden. Anschließend prüfen menschliche Mitarbeitende die Ergebnisse. Dieser Ansatz bietet mehr Flexibilität und Kosteneffizienz, hängt jedoch von der Zuverlässigkeit der KI und der Genauigkeit der menschlichen Validierung ab. Zudem lässt er sich mit dem Auslesen von NFC-Chips kombinieren, ohne dass eine PIN erforderlich ist.

 

Der All-in-One-Ansatz für elektronische Identifikation

Im Zentrum dieses Ansatzes steht der Swisscom Trust Services Mehrfach-Authentifizierungs-Broker (MAB). Dieses entscheidungsorientierte System führt die Benutzer durch die gesamte Registrierungsphase und wählt dabei die am besten geeignete Online-Identifikationsmethode aus. Die Partner können entweder vorgefertigte Oberflächenansichten verwenden oder diese an ihr eigenes Branding anpassen. Wichtig ist, dass jede in den Broker integrierte Identifizierungs- und Authentifizierungsmethode von einer speziellen Stelle für die Einhaltung der Vorschriften für elektronische Signaturen genehmigt wurde.

Das System unterstützt eine breite Palette moderner Identifizierungsmethoden, die über einen einfachen Browserfluss bereitgestellt werden. Dazu gehören die unterstützte Video-Identifizierung, das NFC-basierte Scannen von Dokumenten und die eID-Verifizierung. Jede Methode ist auf bestimmte Rechtsordnungen und erforderliche E-Signatur-Stufen zugeschnitten. Die Plattform ist auch für die Zukunft ausgelegt: Neue konforme Identifizierungs- oder Authentifizierungsmethoden können nach einer Prüfung jederzeit hinzugefügt werden, so dass die Bereitschaft für kommende Innovationen, wie z. B. European Digital Identity Wallets, gewährleistet ist.

Ein starkes Partner-Ökosystem spielt dabei eine zentrale Rolle. Swisscom Trust Services stellt die Zusammenarbeit in den Mittelpunkt ihrer Strategie und arbeitet eng mit innovativen Unternehmen zusammen, um Know-how zu bündeln und effiziente Lösungen zu liefern. Zu diesen Partnern gehören Nect und ajila. Nect zum Beispiel bietet mit seinem ePass-Verfahren eine sofort einsatzbereite Lösung für die elektronische Identifizierung an, die eine Vielzahl von NFC-fähigen Ausweisdokumenten in verschiedenen Ländern unterstützt. Das Verfahren ist sogar von der gematik, der deutschen Bundesagentur für digitale Medizin, zugelassen worden. Derweil konzentriert sich ajila auf die Digitalisierung und Rationalisierung von formularbasierten Arbeitsabläufen, um die Effizienz weiter zu steigern.

Ihre Vorteile bei der Zusammenarbeit mit Swisscom Trust Services

SwisscomTrust Services zeichnet sich durch seine internationale Ausrichtung aus. Während sich viele Mitbewerber vor allem auf nationale Wallet-Initiativen konzentrieren, arbeitet Swisscom bereits an der Integration mit mehreren europäischen Wallet-Lösungen. Swisscom Trust Services ist der einzige qualifizierte Trust Service Provider, der sowohl nach der europäischen eIDAS- als auch nach der Schweizer ZertES-Gesetzgebung zertifiziert ist - eine einzigartige Position, die einen nahtlosen grenzüberschreitenden Betrieb unterstützt.

Für Gesundheitseinrichtungen und kommerzielle Anbieter liegt der Nutzen auf der Hand. Durch die Entscheidung für Swisscom können sie die Komplexität und Haftung, die mit der Integration von Identifikationssystemen verbunden sind, loswerden und sich stattdessen darauf konzentrieren, den Patienten ein besseres Erlebnis zu bieten. Mit sicheren, skalierbaren und sofort einsetzbaren Onboarding-Lösungen und der Unterstützung eines starken internationalen Partnernetzwerks sind sie gut positioniert, um die Anforderungen von heute und die Herausforderungen von morgen zu erfüllen.

 

Sind Sie bereit, aktiv zu werden?

Swisscom Trust Services möchte Unternehmen im Bereich eHealth dabei helfen, sich zu etablieren und Mehrwert zu schaffen, indem sie schnell sichere Identifikations- und Verifikationsdienste anbieten. Zu diesem Zweck lancieren wir unser Trust Start & Trust Pilot Programm. Dieser sequentielle, modulare Ansatz beginnt mit einem eintägigen Analyseworkshop. Wenn Anwendungsfälle identifiziert werden, können wir gemeinsam einen Konzeptnachweis erstellen, entweder in einem 5-20-tägigen Sprint oder einem 25-tägigen vollständigen PoC (Proof of Concept). Unser Ziel ist es, einen echten Mehrwert zu liefern und unsere Kunden bei der Umsatzgenerierung zu unterstützen.

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Möchten Sie zunächst tiefer in die E-Identifizierung im Gesundheitswesen eintauchen? Kein Problem, laden Sie hier unser kostenloses Whitepaper herunter, das unseren pragmatischen Ansatz zur Bewältigung von ID-Herausforderungen im Gesundheitswesen vorstellt.