Author: Jessica Wick

Von der digitalen Vision zur Umsetzung: 12 wichtige Fragen

In unseren vorherigen Artikeln haben wir untersucht, warum digitale Prozesse in der Versicherungsbranche oft hinter den Erwartungen zurückbleiben und was führende Unternehmen anders machen. Der nächste Schritt ist praktischer: Sie sollten Ihre eigenen Prozesse genauer unter die Lupe nehmen.

Viele Versicherer haben stark in digitale Systeme investiert, erleben aber immer noch Verzögerungen, manuelle Arbeit und fragmentierte Arbeitsabläufe. Die folgenden Fragen spiegeln die häufigsten Muster wider, die wir in der Praxis beobachten.

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Woran erkennen wir, ob unsere Prozesse wirklich durchgängig digital sind?

Ein einfacher Test besteht darin, gezielt nach Unterbrechungen zu suchen. Wenn Kundinnen und Kunden an irgendeiner Stelle PDFs herunterladen, E-Mails versenden, Dokumente ausdrucken oder manuell unterschreiben müssen, ist der Prozess nicht vollständig digital. Selbst kleine Unterbrechungen zu Beginn eines Workflows setzen sich häufig über den gesamten Ablauf fort und begrenzen die Effizienz.

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Warum wirken unsere Prozesse trotz moderner Systeme immer noch langsam?
In vielen Fällen liegt der Engpass nicht im Kernsystem selbst, sondern darin, wie Informationen in das System gelangen. Wenn Daten per E-Mail, als Scan oder über unvollständige Formulare eingehen, müssen interne Teams sie manuell prüfen und erneut erfassen. Das verlangsamt selbst hochgradig optimierte Backend-Systeme.
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Welche versteckten Folgen haben fragmentierte Prozesse?
Die sichtbaren Verzögerungen sind nur ein Teil des Problems. Fragmentierte Prozesse verursachen dauerhaft manuellen Aufwand: Dokumente müssen geprüft, fehlende Informationen geklärt, Fehler korrigiert und Abstimmungen zwischen Teams koordiniert werden. Dieser Aufwand summiert sich im Laufe der Zeit und wird häufig unterschätzt.
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Warum stösst Automatisierung in vielen Unternehmen an ihre Grenzen?
Automatisierung setzt strukturierte und konsistente Eingaben voraus. Wenn Daten verspätet, unvollständig oder in unterschiedlichen Formaten eingehen, lässt sich Automatisierung nicht wirksam skalieren. Unternehmen erreichen dadurch einen Punkt, an dem weitere Effizienzgewinne nur möglich sind, wenn die Erfassung von Informationen grundlegend neu gedacht wird.

Umsetzung: Was muss sich tatsächlich ändern?

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Wo sollten wir ansetzen, wenn wir unsere Prozesse verbessern wollen?

Die grösste Wirkung entsteht dort, wo die Datenerfassung am Anfang des Prozesses verbessert wird. Anstatt sich auf nachgelagerte Systeme zu konzentrieren, sollten Unternehmen sicherstellen, dass Informationen von Beginn an strukturiert und konsistent erfasst werden.

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Müssen wir unsere Kernsysteme ersetzen, um Prozesse zu optimieren?
In den meisten Fällen nein. Kernsysteme für Schadenbearbeitung, Underwriting oder Vertragsmanagement sind in der Regel bereits sehr leistungsfähig. Die eigentliche Herausforderung liegt vorgelagert. Häufig lassen sich bereits erhebliche Verbesserungen erzielen, wenn die Qualität und Struktur eingehender Daten optimiert werden, ohne dass dafür grundlegende Systemänderungen erforderlich sind.
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Wie lösen wir uns von dokumentenzentrierten Prozessen?
Viele digitale Prozesse sind noch immer dokumentenzentriert – lediglich in elektronischer Form. Ein wirkungsvollerer Ansatz besteht darin, Dokumente durch strukturierte Interaktionen zu ersetzen. Anstatt Informationen aus Formularen zu extrahieren, werden sie direkt in einem geführten digitalen Ablauf erfasst.
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Wie lassen sich digitale Signaturen integrieren, ohne den Ablauf zu unterbrechen?

Signaturen bleiben häufig ein kritischer Unterbrechungspunkt im Prozess. Um dies zu vermeiden, müssen sie direkt in den Ablauf eingebettet werden. Kundinnen und Kunden sollten Dokumente innerhalb derselben Interaktion prüfen und unterzeichnen können, ohne den Kanal zu wechseln oder auf manuelle Schritte zurückzugreifen.

Mit Swisscom Sign können Unternehmen ein nahtloses In-App-Signaturerlebnis bereitstellen. Dadurch lässt sich die Identität der unterzeichnenden Person je nach Signaturstandard verifizieren und rechtlich verbindliche Dokumente in einem durchgängig digitalen Ablauf sicher und effizient unterzeichnen.

 

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Wie gestalten wir Prozesse mit mehreren Beteiligten?
Versicherungsprozesse umfassen häufig Kundinnen und Kunden, Partner sowie weitere Beteiligte. Strukturierte digitale Abläufe können diese Eingaben in einem einheitlichen Prozess koordinieren. Jede beteiligte Person stellt die erforderlichen Informationen in einem konsistenten Format bereit, wodurch Fragmentierung und zusätzlicher Abstimmungsaufwand reduziert werden.
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Wie unterstützen strukturierte Prozesse Compliance und Audits?
Wenn Informationen konsistent und strukturiert erfasst werden, lassen sich Vollständigkeit und Nachvollziehbarkeit deutlich einfacher sicherstellen. Das verringert das Risiko fehlender oder widersprüchlicher Daten und erleichtert die Auditierbarkeit über den gesamten Prozess hinweg.
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Lassen sich diese Ansätze auf unterschiedliche Anwendungsfälle übertragen?
Ja. Sobald Prozesse auf strukturierter Datenerfassung und integrierten Workflows basieren, lassen sie sich über verschiedene Anwendungsfälle hinweg wiederverwenden – von der Schadenbearbeitung über das Vertragsmanagement bis hin zu Compliance-Erklärungen. Das reduziert den Implementierungsaufwand und verkürzt die Zeit bis zum messbaren Nutzen.
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Was verändert sich für interne Teams?
Die Art der Arbeit verändert sich. Anstatt Daten manuell zu übertragen und zu korrigieren, können sich Teams auf Validierung, Entscheidungsfindung und das Management von Ausnahmen konzentrieren. Das verbessert nicht nur die Effizienz, sondern reduziert auch repetitive Tätigkeiten und erhöht die Transparenz im Prozess.

Von Fragen zu Massnahmen

Diese Fragen zeigen ein gemeinsames Muster auf: Die grössten Einschränkungen bei digitalen Prozessen liegen selten in den Kernsystemen. Sie entstehen an den Rändern, wo Informationen zuerst erfasst und übertragen werden.

Die Beseitigung dieser Lücken erfordert eine Verlagerung von isolierten digitalen Berührungspunkten hin zu einem wirklich durchgängigen Prozessdesign.

Einen tieferen Einblick, wie Versicherer dies in der Praxis angehen, einschließlich konkreter Beispiele und Überlegungen zur Umsetzung, bietet das vollständige Whitepaper von Swisscom Sign zur Beseitigung von Medienbrüchen.