Swisscom Trust Services - Trust Blog

Business Case ID-Wallets: 5 wichtige Fragen beantwortet

Geschrieben von Michel Sahli | 10.04.2026 11:05:03

Digitale Geldbörsen für Ausweisdokumente sind auf dem Weg vom Konzept zur Realität. Die EU hat den Mitgliedstaaten eine Frist für die Einführung einer Anwendung bis Ende dieses Jahres gesetzt, und in der Schweiz wurde kürzlich die Einführung eines E-ID-Systems mit der nationalen Geldbörse swiyu für den 1. Dezember 2026 angekündigt. Mit der Einführung dieser Identitätssysteme müssen Unternehmen nun bewerten, wie sich diese Wallets auf ihre Betriebsabläufe, ihre Kundenerfahrung und ihre Wettbewerbsposition auswirken. Im Folgenden haben wir 5 wichtige Fragen zusammengestellt, die Entscheidungsträger beantworten können sollten.

1. Was ist eine Identitäts-Wallet?

Eine Identitäts-Wallet ist eine sichere digitale Lösung, die es Benutzern ermöglicht, verifizierte Berechtigungsnachweise wie IDs, Zertifikate und Lizenzen auf ihren Geräten zu speichern und zu verwalten. Mit diesen Wallets können Benutzer vertrauenswürdige Daten sofort freigeben und gleichzeitig die volle Kontrolle darüber behalten, was offengelegt wird. Bei der Entwicklung von Wallets werden hohe Sicherheits- und Datenschutzstandards zugrunde gelegt. Gesetzliche Rahmenbedingungen wie die Allgemeine Datenschutzverordnung in der EU oder das neue Bundesgesetz über den Datenschutz in der Schweiz gewährleisten, dass personenbezogene Daten rechtmäßig, sicher und transparent verarbeitet werden. Diese Initiativen zielen darauf ab, das digitale Vertrauen zu fördern und eine organisationsübergreifende Interaktion zu ermöglichen, während gleichzeitig starke Schutzmaßnahmen für die Nutzer beibehalten werden.

 

2. Warum sollten sich Unternehmen jetzt darum kümmern?

Dank eIDAS 2.0 und der damit verbundenen schweizerischen Gesetzgebung werden digitale Ausweisbörsen in Zukunft in ganz Europa zur Norm werden. Unternehmen, insbesondere in regulierten Sektoren, werden von einem schnelleren Onboarding und weniger Betrug profitieren.

In der Praxis sind viele Unternehmen noch nicht darauf vorbereitet. Mangelndes Wissen und Unsicherheit können zu Entscheidungslähmung führen und eine abwartende Haltung verstärken. Diese reaktive Haltung verzögert den Aufbau von Fähigkeiten und erhöht das Risiko, unvorbereitet zu sein, wenn gesetzliche oder marktbedingte Änderungen eine schnelle Umsetzung erfordern.

Um diese Trägheit zu überwinden, sollten Unternehmen einen proaktiven und iterativen Ansatz verfolgen, der sich auf die Entwicklung von Fähigkeiten konzentriert, statt sie vollständig einzuführen. Dies umfasst den Aufbau von internem Fachwissen zu digitalen Vertrauenstechnologien, die Durchführung systematischer Analysen bestehender Prozesse sowie die Identifizierung von Einstiegspunkten mit geringem Risiko und hoher Wirkung.

 

3. Was sind die Vorteile bei Transaktionen?

Durch die Integration von Identity Wallets in ihre Prozesse profitieren Unternehmen von:

  • Schnelleres und vollständig digitales Onboarding von Kunden in regulierten Branchen

  • AML-Einhaltung

  • Geringere Compliance-Kosten (KYC/KYB)

  • Erhöhtes Vertrauen durch verifizierte Anmeldeinformationen

  • Geringeres Betrugsrisiko

  • Bessere UX

  • Entdeckung neuer Geschäftsmodelle

 

4. Was braucht es, um anzufangen?

Unternehmen müssen zunächst bestimmte Anforderungen erfüllen, um als verlässliche Partner im Vertrauens-Ökosystem agieren zu können. Dazu gehört die Identifizierung des Unternehmens im Know Your Business (KYB)-Prozess, ähnlich wie im Know Your Customer (KYC)-Prozess, den Privatkunden im Finanzsektor durchlaufen. Der Prozess beginnt mit einer maßgeblichen Datenquelle, in der Regel einem nationalen Unternehmensregister oder einem anderen gesetzlich vorgeschriebenen Register, das als authentische Quelle der Wahrheit dient.

Ein designierter Aussteller von Berechtigungsnachweisen, häufig eine Behörde oder ein qualifizierter Vertrauensdiensteanbieter, kann validierte Unternehmensdaten über APIs direkt aus dem offiziellen Register abrufen. Der Aussteller verwendet diese Daten anschließend zur Erstellung einer öffentlichen Kennung, die im staatlichen Register eingetragen wird. Diese Vertrauensmarke folgt standardisierten Formaten und wird mit einem qualifizierten Zertifikat nach ZertES oder eIDAS kryptographisch signiert. Die Signatur gewährleistet Authentizität und Integrität und bindet den Ausweis an die vertrauenswürdige Identität des Ausstellers.

Als Nächstes müssen die Vertretungsrechte festgelegt werden. Da Unternehmen nicht allein handeln können, muss eine natürliche Person (z. B. der Geschäftsführer oder ein bevollmächtigter Mitarbeiter) mit der juristischen Person verbunden und verifiziert werden. Ein Unternehmen ist nun bereit, das Wallet-Ökosystem in beide Richtungen zu nutzen. Es wurde als vertrauenswürdige Einheit identifiziert und kann Credential Wallets als Kundenidentifikation akzeptieren.

 

5. Wie lässt sich die Komplexität bewältigen?

Die Implementierung von Identitäts-Wallets ist mit technischen, rechtlichen und betrieblichen Herausforderungen verbunden. Die Zusammenarbeit mit einem qualifizierten Trust Service Provider wie Swisscom vereinfacht die Integration, beschleunigt die Markteinführung und gewährleistet die Einhaltung der sich weiterentwickelnden Standards.

Wenn Sie sich eingehender mit den wirtschaftlichen Vorteilen der neuen E-ID-Ökosysteme befassen möchten, laden Sie unser kostenloses Whitepaper herunter!

 

 

Möchten Sie den Reifegrad Ihres Unternehmens beurteilen? Buchen Sie den Swisscome-ID-Bereitschaftsworkshop.