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Onboarding-Check: 8 Fragen an Finanzdienstleister

Geschrieben von Jessica Wick | 09.03.2026 10:00:16

Onboarding ist im Finanzsektor kein rein administrativer Prozess. Es ist ein strategischer Moment in der Customer Journey – hier entscheidet sich, ob aus Interesse ein Vertragsabschluss erfolgt. Gleichzeitig sind regulatorische Anforderungen wie KYC und Geldwäschereivorgaben zwingend einzuhalten. 

Gelingt Ihnen die Balance zwischen Compliance und Kundenerwartungen? Machen Sie jetzt den Reality Check Ihrer Onboarding-Prozesse mit diesen 8 kritischen Fragen: 

1. Wie lange dauert die Eröffnung eines Kontos oder eines Produkts – aus Kundensicht?

Nicht die interne Bearbeitungszeit ist entscheidend, sondern die effektive End-to-End-Dauer für den Kunden. Jeder zusätzliche Schritt, jede Verzögerung erhöhen das Risiko eines Abbruchs – und damit die Opportunitätskosten.

2. Wo entstehen Medienbrüche in meinem Prozess?

Müssen Kunden Dokumente ausdrucken, unterschreiben, scannen oder zwischen Geräten wechseln? Medienbrüche wirken wie Stoppsignale im Entscheidungsprozess. Sie kosten Zeit, erzeugen Unsicherheit und bleiben mit der Marke negativ verknüpft.

3. Wie hoch ist meine tatsächliche Drop-off-Rate im KYC-Prozess?

Kennen Sie die Absprungraten pro Prozessschritt – oder nur die Gesamtabschlussquote? Ohne Transparenz bleibt Optimierung Zufall. Gerade im Identifikations- und Signaturprozess entscheiden Sekunden oft über den Abschluss oder den Abbruch.

4. Wie viel kostet mich ein abgebrochener Onboarding-Prozess wirklich?

Neben operativen Aufwänden stehen verlorene Marketinginvestitionen, entgangene Erträge und mögliche Reputationsschäden. Onboarding ist kein Kostenblock, sondern ein direkter Ertragshebel. Jede unnötige Reibung schmälert das Potenzial.

 

5. Ist meine Identifikations- und Signaturlösung rechtlich belastbar und zugleich benutzerfreundlich?

Zwischen einfacher elektronischer Signatur und qualifizierter elektronischer Signatur bestehen erhebliche Unterschiede hinsichtlich der Beweiskraft und der regulatorischen Sicherheit. Gleichzeitig darf Sicherheit nicht auf Kosten der Nutzerfreundlichkeit gehen. Die Herausforderung besteht in der sauberen Integration beider Anforderungen.

6. Wie viele manuelle Prüf- und Nachbearbeitungsschritte laufen im Hintergrund?

Manuelle Kontrollen, fehlende Angaben oder unvollständige Unterschriften verursachen zusätzlichen Aufwand und verlängern die Bearbeitungszeit. Je höher der manuelle Anteil, desto geringer die Skalierbarkeit und desto höher das Fehlerrisiko.

7. Ist mein Onboarding international anschlussfähig?

Regulatorische Anforderungen unterscheiden sich zwischen der Schweiz und der Europäischen Union. Wer grenzüberschreitend tätig ist oder wachsen möchte, sollte prüfen, ob Identifikations- und Signaturprozesse auch international rechtskonform und nahtlos abbildbar sind.

8. Weiss ich genau, an welcher Stelle Kundinnen und Kunden Friktion erleben?

Können Sie Prozessschritte visualisieren, Engpässe identifizieren und datenbasiert optimieren? Oder reagieren Sie erst, wenn Beschwerden oder Abbrüche sichtbar werden? Nachhaltige Verbesserungen beginnen mit Transparenz.

Regulatorische Anforderungen werden nicht geringer – und die Erwartungen an digitale Nutzererlebnisse steigen kontinuierlich. In stark regulierten Branchen lässt sich Reibung nie vollständig eliminieren, wohl aber deutlich reduzieren.

Wer Onboarding als strategischen Bestandteil der Customer Journey versteht und konsequent digitalisiert, verbindet Compliance mit Effizienz. Lösungen wie Swisscom Sign unterstützen Finanzdienstleister dabei, Identifikation und qualifizierte elektronische Signatur rechtskonform, sicher und nahtlos in bestehende Prozesse zu integrieren – und so Abschlussquoten, Kundenzufriedenheit und Skalierbarkeit nachhaltig zu verbessern.