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Ausblick auf das EU-KI-Gesetz – Wie geht es weiter?

Geschrieben von Peter Amrhyn | 22.07.2026 13:08:57

Zwar treten am 2. August neue Verpflichtungen gemäß dem KI-Gesetz, darunter Transparenzanforderungen, in Kraft, doch bedeutet dies nicht, dass die Verordnung zu diesem Zeitpunkt bereits in vollem Umfang anwendbar sein wird. Einige Anforderungen wurden verschoben, und wie bei anderen komplexen Vorschriften wie eIDAS oder der DSGVO müssen Regeln und Standards für die praktische Umsetzung dieser Anforderungen im Laufe der Zeit entwickelt werden. Zudem gehört KI zu den sich am schnellsten entwickelnden Technologien aller Zeiten. Das bedeutet, dass die Regulierung so schnell wie möglich weiterentwickelt werden muss, um Schritt zu halten.

In unserem Zeitplan zeigen wir sowohl die bereits festgelegten Termine als auch die noch nicht endgültig festgelegten erwarteten Entwicklungen auf.

 

Zeitplan zum KI-Gesetz – bisherige Meilensteine und konkrete nächste Schritte

Wann

Was

Wer

13. Juni 2024

Das KI-Gesetz wurde offiziell im Amtsblatt veröffentlicht

1. August 2024

Das KI-Gesetz trat formell in Kraft (es gelten Übergangsfristen)

2. Februar 2025

Verbotene KI-Praktiken wurden rechtswidrig (z. B. bestimmte Formen des Social Scoring, manipulative KI, einige Anwendungen zur Emotionserkennung); Verpflichtungen zur KI-Kompetenz treten in Kraft.

Alle Anbieter und Betreiber

2. August 2025

Die Vorschriften für Allzweck-KI-Modelle (GPAI) treten in Kraft; die Mitgliedstaaten benennen KI-Behörden; die Leitung des KI-Amtes nimmt ihre Arbeit auf.

Anbieter von Foundation-Modellen (OpenAI, Anthropic, Google, Meta, Mistral usw.)

Ende 2025 – 2026

Verhaltenskodizes, Leitlinien der Kommission, harmonisierte Normen und technische Leitfäden werden weiterhin veröffentlicht

Alle, die das Gesetz „
“ umsetzen

2. August 2026

Die Hauptphase der Durchsetzung beginnt. Transparenzpflichten gelten (z. B. Offenlegung von Chatbots, Offenlegung bestimmter KI-generierter Inhalte), Innovationsmaßnahmen beginnen, und die Regulierungsbehörden erhalten umfassende Durchsetzungsbefugnisse

Die meisten Organisationen, die „
“ nutzen oder KI einsetzen

2. Dezember 2026 (KI-Omnibus)

Frist für bestimmte Transparenzlösungen (wie z. B. Anforderungen an maschinenlesbare Kennzeichnungen) gemäß dem überarbeiteten Umsetzungszeitplan

Anbieter von generativen KI-Systemen zur „

2. Dezember 2027 (KI-Omnibus)

Eigenständige KI-Systeme mit hohem Risiko (z. B. in den Bereichen Personalbeschaffung, Bildung, Bonitätsbewertung, Rekrutierung, Versicherungen) unterliegen fortan den wichtigsten Compliance-Verpflichtungen

Anbieter von KI-Systemen mit hohem Risiko gemäß Anhang III „

2. August 2028 (KI-Omnibus)

In regulierte Produkte (Medizinprodukte, Maschinen usw.) integrierte KI mit hohem Risiko erreicht ihre Compliance-Frist

Hersteller
von regulierten Produkten


 

Zeitplan des KI-Gesetzes – in Arbeit

Voraussichtlicher Zeitrahmen

Maßnahmen

3. bis 4. Quartal 2026

Erste Untersuchungen und Durchsetzungsmaßnahmen durch nationale Behörden

2026–2027

Veröffentlichung weiterer harmonisierter Normen durch die europäischen Normungsorganisationen CEN und CENELEC

2027–2028

Erste erhebliche Bußgelder und Gerichtsurteile, die mehrdeutige Bestimmungen klären

ab 2028

Ausgereiftes Compliance-Ökosystem, Zertifizierungssysteme, etablierte Rechtsprechung und mögliche gezielte Änderungen für KI-Agenten

 

Die Bedeutung von Standards

Das KI-Gesetz selbst definiert lediglich den rechtlichen Rahmen für die faire Nutzung von KI, die Einhaltung der Vorschriften und damit zusammenhängende Angelegenheiten. Wie dies auf technischer Ebene aussehen wird, wird durch Normen festgelegt, etwa durch ISO-Normen, die andere Vorschriften unterstützen. Vom KI-Gesetz betroffene Unternehmen müssen die Veröffentlichung dieser Normen genau im Auge behalten, um rechtzeitig zu reagieren und ihre Systeme entsprechend anzupassen.

 

Sind aufgrund agentischer KI zusätzliche Änderungen erforderlich?

Das KI-Gesetz wurde unter Berücksichtigung generativer KI konzipiert. Inzwischen hat sich die Technologie jedoch in Richtung agentischer KI weiterentwickelt. Dies stellt die Regulierungsbehörden vor neue Herausforderungen. In einer Welt, in der autonome Agenten selbstständig im Internet surfen, APIs aufrufen, Code schreiben sowie Waren und Dienstleistungen erwerben können, spielt die Frage der Verantwortung eine entscheidende Rolle.

In Zukunft müssen politische Entscheidungsträger Regeln festlegen, die definieren, ob Agenten vertragsfähig sein können, inwieweit eine menschliche Aufsicht vorgeschrieben sein sollte und wie dies kontrolliert werden kann. Zudem müssen Standards für die Protokollierung und die Prüfung entwickelt werden.

Wenn Sie mehr über die aktuelle Frist erfahren und wissen möchten, welche Anforderungen ab dem 2. August erfüllt sein müssen, laden Sie unser kostenloses Whitepaper„Erfüllung der Transparenzanforderungen des EU-KI-Gesetzes“herunter.